Im Basismodul wurden die relevanten Grundlagen zum Phänomen Autismus-Spektrum erarbeitet. Im Modul zur Diagnostik und Förderplanung geht es im ersten Schritt um die Einführung in konkrete diagnostische Methoden auf der Grundlage strukturierter Diagnoseprozesse. Dabei sollen mögliche Besonderheiten in der Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung sowie in der Kommunikation und Interaktion von Menschen im Autismus-Spektrum herausgearbeitet und in einem zweiten Schritt die Konsequenzen für die Förderplanung entwickelt werden.

Bei der Diagnostischen Beobachtungsskala für Autistische Störungen (ADOS-2) handelt es sich um ein valides und klinisch geprüftes Verfahren zur Abklärung und Klassifikation von qualitativen Auffälligkeiten der sozialen Interaktion und reziproken Kommunikation zur Ermittlung von tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. In Abhängigkeit vom Alter und vom Sprachniveau der betroffenen Person wird eine angemessene, modularisierte Untersuchungsstrategie gewählt, um auf der Grundlage von spielerischen Aktivitäten und Gesprächen relevante Symptome für eine mögliche Autismus-Diagnose überprüfen zu können. Die Antizipation von Handlungsfolgen, die Wahrnehmung in verschiedenen sensorischen Bereichen und das Vorstellungs- und Ausdrucksvermögen und weitere Aspekte werden genauer ermittelt.

Das Diagnostische Interview für Autismus (ADI-R) erkundet frühkindliche Entwicklungen,  Spracherwerbsprozesse, Spiel- und Interaktionsverhalten sowie mögliche stereotype Interessen. Dazu werden Eltern oder ggf. andere Bezugspersonen auf der Grundlage eines differenzierten Interviewleitfadens befragt. Dabei gilt es, die Ressourcen der Person sowie des Umfeldes zu identifizieren sowie mögliche Teilhabebarrieren aufzuspüren.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
  • die diagnostischen Verfahren ADOS-2 und ADI-R intensiv kennenlernen,
  • weitere Test- und Screening-Verfahren erproben,
  • festgestellte Besonderheiten unter dem Aspekt der Neurodiversität prüfen,
  • Ressourcen in der Person mit Autismus sowie im Umfeld identifizieren,
  • ein individuelles Entwicklungsprofil erstellen,
  • aus heilpädagogischer Perspektive Handlungsstrategien entwickeln,
  • das eigene diagnostische Handeln reflektieren.
Heilpädagogische Aufgaben im Kontext Diagnostik und Förderplanung
Kurs-Nr.:
23 W 7.2
 
 
ReferentInnen:
Barbara Jakober | Prof. Dr. Jens Jürgen Clausen | Heike Zett
Termin:
Freitag, 16. Juni 2023, 13:00-20:00 Uhr
Samstag, 17. Juni 2023, 09:00-16:00 Uhr
Anmeldung bitte bis:
12. Mai 2023
Umfang:
14 Einheiten
Zielgruppe:
HeilpädagogInnen
Max. Gruppengröße:
20
Verpflegung:
Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort:
Imago Bildungszentrum
Gündlingerstr. 14 A, 79111 Freiburg
Webseite
Kosten:
BHP-Mitglieder 325,00 €
Nichtmitglieder 410,00 €