Mit neuem Wissen aus den Forschungsfeldern der Entwicklungspathologie, der Neurobiologie und der Verhaltensbiologie gewann die Perspektive des „kindlichen Entwicklungstraumas“ eine immer größere Bedeutung in Pädagogik und Therapie für Kinder und Jugendliche. Damit geraten unzureichendes und dysfunktionales Bindungsangebot, Bindungsabbrüche, Vernachlässigung, inadäquate Versorgung und Misshandlung in den Fokus der Traumaforschung. Symptome bei Kindern und Jugendlichen, d. h. Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten, werden mit der „Brille“ des posttraumatischen Störungsbildes betrachtet, verstanden und heilpädagogisch-traumapädagogisch behandelt. Das Wissen über transgenerationale Weitergabe von Traumata wird breiter. Die Verursacher und Verursacherinnen kommen in der Regel aus dem Nahbereich des Kindes, deshalb werden Kind und Familie in den Blick genommen. Ressourcen und Grenzen des Systems müssen erfasst und systemtherapeutische Lösungswege beschritten werden. Das Kind muss vor weiterer Traumatisierung geschützt werden.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
  • Die Begriffe „Kindliches Entwicklungstrauma“ und „Komplexe Traumatisierung“ einordnen,
  • mögliche Formen von kindlicher Traumatisierung im Überblick kennen,
  • Vertiefung: Trauma durch Vernachlässigung, Erleben von physischer und psychischer sowie sexueller Gewalt
  • Identität und Entwicklungsaufgaben unter dem Einfluss einer Traumatisierung reflektieren und weitere Auswirkungen von traumatisierenden Entwicklungsbedingungen in Verbindung mit dem Lebensalter einschätzen und verstehen,
  • Bewältigungsmechanismen von Entwicklungstraumatisierungen unterscheiden,
  • das System Familie als möglichen Vulnerabilitätsfaktor aber auch Schutzfaktor bei Kindern und Jugendlichen im Überblick betrachten,
  • Folgen unverarbeiteter Traumata von Bindungspersonen (Transgenerationales Trauma) verstehen,
  • Ressourcen- und Stabilisierungsübungen kennen,
  • die eigene professionelle Rolle im heilpädagogischen Handeln mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen reflektieren.
Basismodul II: Traumafolgestörungen im Zusammenhang zum Entwicklungsalter
Kurs-Nr.:
23 W 11.2
 
 
Referentin:
Stefanie Rüger
Termin:
Freitag, 05. Mai 2023, 15:30-19:00 Uhr
Samstag, 06. Mai 2023, 09:00-17:00 Uhr
Umfang:
12 Einheiten
Anmeldung bitte bis:
31. März 2023
Zielgruppe:
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Max. Gruppengröße:
18
Verpflegung:
Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort:
Restaurant Estragon
Jakobstraße 19, 90402 Nürnberg
Webseite
Kosten:
BHP-Mitglieder 255,00 €
Nichtmitglieder 330,00 €