Ergebnisse aus dem Projekt ComCri zu den Herausforderungen und Möglichkeiten der Erschließung gesundheitsbezogener Informationen bei Menschen mit komplexen Behinderungen

In der COVID-19 Pandemie verstärken sich die bereits bestehenden Vulnerabilitäten von Menschen mit komplexen Behinderungen, die in dieser Krise häufig als besonders gefährdeter Teil der Bevölkerung identifiziert werden. Da sie sich in der Regel weder verbal- noch schriftsprachlich informieren oder verständigen (können), bleiben ihre Fragen, Bedürfnisse und Forderungen oft ungehört. Dementsprechend sind sie mehr als andere vulnerable Gruppen auf eine einfühlsame Unterstützung und ein starkes Eintreten für ihre Interessen angewiesen. Gleichzeitig erschweren die unbeständigen Informationslagen und Verhaltensgebote den professionellen und informellen UnterstützerInnen, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Das Krisengeschehen verständlich zu machen und in der Krise für Verständnis und Verständigung zu sorgen, erweist sich aktuell als wesentliche Herausforderung.

Hier setzt das Forschungsprojekt Kommunizieren (in) der Krise [Communicating (in) the Crisis, im Folgenden kurz also „ComCri“ bezeichnet] an, das vom Lehrstuhl für Pädagogik und Rehabilitation bei Menschen mit geistiger und komplexer Behinderung der Universität zu Köln durchgeführt und im Dezember 2022 abgeschlossen wird. Das Projekt verfolgt die übergeordneten Ziele, die besonderen Vulnerabilitäten und kommunikativen Bedürfnisse und Bedarfe von Menschen mit komplexen Behinderungen in der Pandemie zu untersuchen, die sich im Zusammenhang mit gesundheitsbezogenen Informationen zeigen. Zudem zielt das Projekt darauf ab, Handlungsempfehlungen für eine gelingende Unterstützungspraxis in Krisensituationen abzuleiten.

Der Vortrag wird zunächst einen knappen Überblick über das Projekt und seine inhaltlichen, theoretischen und methodologischen Schwerpunkte bieten und darüber hinaus zentrale Ergebnisse präsentieren. Der Fokus wird hierbei auf die Erkenntnisse zur Bedeutsamkeit gesundheitsbezogener Informationen im Leben des Personenkreises und seiner UnterstützerInnen sowie mögliche Vermittlungswege gelegt. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer professionellen Begleitung und Unterstützung bei der Erschließung gesundheitlicher Informationen. Sie zeigen auch: Fachkräfte können Menschen mit komplexen Behinderungen befähigen, gesundheitliche Situationen und Themen besser einzuordnen und darüber in den Austausch zu gehen. Hierbei sind responsive, d. h. dialog-orientierte und individualisierte Ansätze unerlässlich.

Kommunizieren (in) der Krise. Ergebnisse aus dem Projekt ComCri zu den Herausforderungen und Möglichkeiten der Erschließung gesundheitsbezogener Informationen bei Menschen mit komplexen Behinderungen
Kurs-Nr.:
23 F 1.2
 
 
ReferentInnen:
Dr. Caren Keeley, Timo Dins
Termin:
Dienstag, 21. März 2023, 17:00-18:30 Uhr
Umfang:
2 Einheiten
Anmeldeschluss:
17. Februar 2023
Zielgruppe:
HeilpädagogInnen und andere pädagogische Fachkräfte
Max. Gruppengröße:
50
Format:
Online
Kosten:
BHP-Mitglieder 40,00 €
Nichtmitglieder 55,00 €